Das Autismus-Spektrum als tiefgreifende Entwicklungsstörung

von: Jess Kolumna

GRIN Verlag , 2018

ISBN: 9783668794740 , 9 Seiten

Format: PDF

Kopierschutz: frei

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Preis: 2,99 EUR

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Das Autismus-Spektrum als tiefgreifende Entwicklungsstörung


 

Fachbuch aus dem Jahr 2017 im Fachbereich Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik, Note: 1,0, Universität Paderborn, Sprache: Deutsch, Abstract: Unter Autismus versteht man eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die eine Beeinträchtigung der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie der Verhaltensvaribilität impliziert. Tiefgreifend bedeutet, dass ein ganzes Spektrum an Beeinträchtigungen existiert, die sich auf '[...] Bereiche des Wahrnehmens, Verhaltens und der Emotionen' beziehen können und die Entwicklung eines Kindes tiefgreifend beeinflussen. Bei Autismus ist nicht von einer Behinderung oder Krankheit zu reden, sondern eher von einer Besonderheit oder einem 'Anderssein'. Eine Störung entwickelt sich häufig erst durch gesellschaftliche Einflüsse in Form von Ausgrenzungen, die zu Stresssymptomen und psychischen Störungen bei Betroffenen führen können. Seinen Ursprung hat der Autismus als Symptom der Schizophrenie, geprägt durch den Psychiater Eugen Bleuler im Jahr 1911 unter Rückkopplung auf die starke Zurückgezogenheit der Betroffenen. Erst 1938 stellte der Kinderarzt Hans Asperger einen Zusammenhang mit psychisch auffälligen Kindern im Hinblick auf das Autismus-Syndrom, von da an auch 'Asperger-Syndrom' genannt. Eine Konkretisierung machte Leo Kanner 1943, indem die autistische Störung mit einer Problematik des affektiven Kontakts in Zusammenhang gebracht wurde. Auch die Zurückführung auf ein erzieherisches Fehlverhalten war eine weit verbreitete, mittlerweile widerlegte Annahme. Heute wird Autismus, ähnlich wie auch ADHS, als genetisch bedingte und tiefgreifende Entwicklungsstörung auf neurologischer Grundlage betrachtet, welche durch zusätzliche Belastungen aus dem Umfeld zu einer psychischen Störung ausarten kann. Ursachen von Autismus sind biologisch-neurologisch begründet, da Fehlbildungen bzw. Anomalien in den Hirnstrukturen sowie -funktionen zu beobachten sind. Das Kleinhirn, welches für Motorik, Koordination und Sprechmuskulatur zuständig ist, ist bei autistischen Menschen beispielsweise kleiner. Des Weiteren wird am limbischen System, welches mit der Amygdala für Emotionen und Sozialverhalten zuständig ist, geforscht. Festzuhalten ist, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren wie Komplikationen oder Fehlverhalten in der Schwangerschaft Auswirkungen auf das Gehirn und damit auf eine autistische Beeinträchtigung haben können.